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25.09.2015

Wissenschaftsministerin Svenja Schulze prämiert herausragende Erfindungen der Uni Bonn, TU Dortmund und FH Münster

Es steht in den Sternen, was die Zukunft bringt – und doch haben wir vieles in der Hand: das zeigt die Auszeichnung von drei NRW-Hochschulerfindungen im Zeiss Planetarium Bochum.

Was gestern noch als Science Fiction galt, könnte heute schon Alltag werden. Um es vorwegzunehmen: das Beamen, der Warp-Antrieb und der medizinische Tricorder existieren immer noch nicht und bleiben vermutlich utopische Visionen aus der Feder der Star-Trek-Autoren.

Sie haben das Potenzial Grundlage unserer Zukunftstechnologien zu werden: Die Erfindungen „Universelles Antidot gegen alle direkten Thrombin-Hemmer“ (aus der Wettbewerbskategorie Lebenswissenschaften), die „Automatische Notfall-Lenkhilfe für PKW“ (aus der Wettbewerbskategorie Ingenieur- und angewandte Naturwissenschaften) und die „Sichere Dichtung für Stahl-Emaille-Anwendungen in der chemischen Industrie“ (aus der Wettbewerbskategorie Fortschritt durch Transfer) existieren bereits und sind auf dem besten Weg Anwendung in unserer Gesellschaft zu finden. Im Rahmen des HochschulWettbewerbs ZukunftErfindenNRW überzeugten sie die hochkarätige Jury unter dem Vorsitz des Geschäftsführers des VDMA NRW, Herrn Hans-Jürgen Alt, mit ihrer hohen Innovationskraft und setzten sich aus insgesamt 156 Bewerbungen als Gewinner durch.

Bei der feierlichen Preisverleihung „Sternstunden der Wissenschaften“ im Planetarium Bochum am 24. September 2015 erhielten die Wissenschaftler der Gewinnerteams der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Technischen Universität Dortmund und Fachhochschule Münster die Auszeichnung durch Wissenschaftsministerin Svenja Schulze. „Wir brauchen Zukunftsgestalter, die innovative Antworten auf gesellschaftliche Herausforderungen finden. Im Rahmen der Forschungsstrategie „Fortschritt NRW“ setzen wir uns dafür ein, dass neues Wissen durch Transfer in die Wirtschaft schnell zur Anwendung kommt.“

Gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium und dem NRW-Patentverbund hatte PROvendis, die Patentvermarktungsgesellschaft der NRW-Hochschulen, auch in diesem Jahr den HochschulWettbewerb ZukunftErfindenNRW ausgeschrieben. Seit mehr als 10 Jahren ist der Wettbewerb ein etabliertes Instrument, um Hochschulen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihre innovative Arbeit zu ehren.

Die diesjährigen Erfindungen der Gewinnerteams sind:

>> Preisträger in der Kategorie Lebenswissenschaft

Erfindung: Universelles Antidot gegen alle direkten Thrombin-Hemmer

Bei der Erfindung handelt es sich um die Entwicklung einer Substanz (Antidot) zur Unterbrechung der gerinnungshemmenden Wirkung von Thrombin-Hemmern.

Erfinder: Prof. Dr. Bernd Pötzsch, Prof. Dr. Günter Mayer, PD Dr. Jens Müller

Rheinische Friedrich-Wilhelms Universität Bonn

Zur Vermeidung von Thrombosen und Schlaganfällen sind viele Patienten auf die tägliche Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten angewiesen, die aber gleichzeitig das Blutungsrisiko erhöhen. Treten Blutungskomplikationen auf, ist eine schnelle Unterbrechung der gerinnungshemmenden Wirkung erforderlich.

Von der Arbeitsgruppe an der Universität Bonn wurde jetzt mit Aptathrombin eine Substanz (Antidot) entwickelt, mit der die Wirkung einer speziellen Gruppe von gerinnungshemmenden Medikamenten, den direkten Thrombininhibitoren, aufgehoben werden kann. In wissenschaftlichen Experimenten konnten Prof. Dr. Bernd Pötzsch, Prof. Dr. Günter Mayer und PD Dr. Jens Müller zeigen, dass nach intravenöser Gabe dieses aus einer Protein- und einer Oligonukleotid-Komponente bestehenden Hybridmoleküls die gerinnungshemmende Wirkung von Dabigatran (Pradaxa) kurzfristig neutralisiert werden kann.


>> Preisträger in der Kategorie Ingenieur- und angewandte Naturwissenschaften

Erfindung: Automatische Notfall-Lenkhilfe für PKW

Um Kollisionen im Straßenverkehr zu vermeiden, wird die Erfindung Emergency Steering Assist (ESA) in künftigen Autos Einzug erhalten und Ausweichmanöver berechnen.

Erfinder: Martin Keller, Dr.-Ing. Carsten Haß, Prof. Dr.-Ing. Prof. h.c. Dr. h.c. Torsten Bertram

TU Dortmund, TRW Automotive GmbH

Das automatische System unterstützt den Fahrer, wenn er ein kritisches Ausweichmanöver durchführen muss. Dafür werden die Informationen von Radar- und Kamerasensoren kombiniert und daraus permanent die besten Ausweichtrajektorien um ein Hindernis herum berechnet. Leitet der Fahrer dann ein Ausweichmanöver ein, wird mithilfe der elektrischen Servolenkung ein zusätzliches Lenkmoment aufgebracht, das ihn bei der optimalen Lenkbewegung unterstützt und das Fahrzeug stabilisiert.

Bei der Erfindung handelt es sich ein gemeinschaftliches Forschungs- und Entwicklungsprojekt der TU Dortmund mit dem Autozulieferer TRW Automotive GmbH.


>> Preisträger in der Kategorie Fortschritt durch Transfer

Erfindung: Sichere Dichtung für Stahl-Emaille-Anwendungen in der chemischen Industrie

Das Mess- und Herstellungsverfahren für 3D-Dichtungen bietet eine sehr große Sicherheit gegen ungewollte Leckagen vor allem bei Stahl-Emaille-Flanschverbindungen, die typischerweise in der chemischen Industrie bei aggressiven Medien eingesetzt werden.

Erfinder: Prof. Dr.-Ing. Alexander Riedl

Fachhochschule Münster

Mit dem innovativen Verfahren werden bei Dichtflächen zuerst die Unebenheiten gemessen, die z.B. durch starke thermische Belastung bei der Herstellung von Stahl-Email-Flanschen entstehen, um dann die ideale dreidimensionale Dichtung herzustellen. Das Nachformen der Kontur, um eine linienförmige Belastung der Dichtung bei geringster Dichtkraft erreichen zu können, ist hierbei entscheidend. Bei der Montage ergibt sich dann linienförmig eine nahezu ideale Passung zwischen der Dichtung und den Dichtflächen. Bereits bei geringsten Schraubenkräften, unabhängig von der Größe der Unebenheiten, wird eine sichere Abdichtung erreicht.

Das nordrhein-westfälische Mittelstandsunternehmen TEDIMA GmbH lizensierte diese Hochschulerfindung für Spezialdichtungen zur exklusiven Nutzung. Der erfolgreiche Wissens- und Technologietransfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft in Form einer Kooperation zwischen der FH Münster und der TEDIMA GmbH ist ausschlaggebend für den Preisträger in dieser Kategorie.

Hinweis für Redaktionen: Druckfähiges Bildmaterial, Lebensläufe sowie Hintergrundinformationen zu den Preisträgern und den Erfindungen aller nominierten Wissenschaftler finden Sie hier: https://provendis.info/leistungen/hochschulwettbewerb/

Quelle: PROvendis GmbH