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29.04.2015

BioVaria 2015 - Von lizenzierbaren Forschungsergebnissen zu innovativen Behandlungsmethoden für Patienten

Hochschulwissenschaftler aus NRW und PROvendis, die zentrale Patentvermarktungsagentur der 27 NRW-Hochschulen, zeigen auf der BioVaria am 11. Mai 2015 neueste Erfindungen aus den Bereichen Diagnostik, Therapie und Medizintechnologie.

Das Ziel ist, lizenzierbare Forschungsergebnisse an interessierte Unternehmen zu vermarkten - damit Erfindungen aus der wissenschaftlichen Forschung in die medizinische Anwendung gebracht werden können und letztendlich innovative Behandlungsmethoden für Patienten entstehen.

Zukunftsorientierte Unternehmen und Technologietransfer-Professionals der Pharma- und Biotech-Branche können sich über Erfindungen aus dem Portfolio der PROvendis GmbH informieren und bei den Erfinderteams persönlich Details erfragen. Zusätzlich steht unser Experte Dr. Jürgen Walkenhorst, Leiter des Life Sciences-Teams der PROvendis GmbH, für Gespräche zu Möglichkeiten der IP-Vermarktung sowie für alle weiteren PROvendis-Technologien zur Verfügung. Über 50 Erfindungen von Universitäten und Forschungsinstituten werden unter dem Motto „Europe´s Next Top Technologies“ vorgestellt, darunter sind folgende PROvendis-Erfindungen der NRW-Hochschulen:

ALXAN - 8-Ethinylxanthines for the treatment of CNS diseases
Bisherige Ansätze zur Therapie neurodegenerativer Störungen wie bei der Alzheimer- oder Parkinson-Erkrankung wirken zumeist nur gezielt auf einen der damit in Verbindung gebrachten körpereigenen Rezeptoren (Monoaminoxidase A (MAO-A) bzw. Adenosinrezeptoren A1AR oder A2AAR). Wissenschaftlern der Universität Bonn ist es gelungen, chemische Substanzen (trizyklische Xanthinderivate) zu entwickeln, die mindestens auf zwei und in einigen Fällen sogar auf alle drei Rezeptoren gleichzeitig wirken. Sie gelten somit als vielversprechende potenzielle Medikamente gegen Parkinson, Alzheimer, Depressionen, Suchterkrankungen und dem sogenannten Restless Legs Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine). Für die Erfindung wurde bereits ein US- und EP- Patent erteilt, letzteres wurde in Deutschland, Frankreich und Großbritannien validiert.

HerpHu-mAb - Humanized monoclonal anti-HSV antibody
Die Erfindung HerpHu-mAb beinhaltet einen neuartigen humanisierten monoklonalen Antikörper für die Therapie von Herpes Simplex Virus-Infektionen, die häufigste Infektionskrankheit der Haut beim Menschen. Das Herpes-Simplex-Virus, kurz HSV, ist ein DNA-Virus und verursacht beim Menschen eine Infektion mit bläschenartigen Haut- und Schleimhautausschlägen. Wissenschaftler der Universitäten Duisburg-Essen und Bonn konnten die Wirksamkeit des Antikörpers bei multiresistenten HSV-Stämmen bereits zeigen: er neutralisiert HSV-Infektionen und hemmt die Zell-zu-Zell-Ausbreitung. Dies ist gerade vor dem Hintergrund der Entwicklung von Resistenzbildungen gegenüber herkömmlichen HSV-Therapeutika von Bedeutung. Für den Antikörper wurden Patentanmeldungen in den USA, Europa, Kanada, Japan, Brasilien, Indien und China eingereicht.

Druggable oncogenic fusions - NRG1 Gene Fusions as Markers & Targets for Various Cancers
Adenokarzinome der Lunge weisen häufig einschlägig bekannte, krebserregende Veränderungen auf. Manchen Tumoren fehlen diese jedoch. Wissenschaftler der Universität zu Köln konnten bei Tumorproben von Patienten, die an einer aggressiven Form des Karzinoms, dem invasiven, mukinösen Adenokarzinom, litten und die bekannten Veränderungen nicht aufwiesen, ein neuartiges somatisches Fusionsgen (CD74-NRG1) identifizieren. Dieses Fusionsgen scheint Veränderungen hervorzurufen, die die Entstehung des Krebs verursachen. Eine Behandlungsmethode für dieses Karzinom existiert bisher noch nicht. Die Identifizierung stellt somit eine Möglichkeit der Medikamentenentwicklung dar - einsetzbar gegen Tumore, die bisher nicht therapierbar sind. Da zudem der Signalweg bekannt ist, ist auch der Einsatz als begleitende Diagnostik (Companion Diagnostic) für bereits in der Entwicklung befindliche Antikörper (z.B. gegen Her2 oder Her3) denkbar. Die Patentanmeldung befindet sich in der PCT-Phase, eine Option auf weltweiten Schutz ist gegeben.

Apta-Thrombin - Aptamer-complexed thrombin as DTI-antidote
Wenn ein Blutgerinnsel den Blutstrom im Körper teilweise oder komplett verstopft, kann das der Grund für einen Herzinfarkt, einen Schlaganfall (arterielle Thrombose) oder für eine Venenthrombose sein. Zur Vorbeugung und Be-handlung einer Thrombose werden bei Patienten Gerinnungshemmer wie Dabigatran und Argatroban eingesetzt. Diese sogenannten Inhibitoren sind zwar eine sichere Behandlungsmethode, zeigen aber wie alle Gerinnungshemmer ein erhöhtes Blutungsrisiko. An der Universität Bonn wurde jetzt ein spezielles Aptamer (spezifische kurze DNA- oder RNA-Stränge) entwickelt, das in Kombination mit den Inhibitoren diese negative Begleiterscheinung bei Thrombose-Patienten deutlich reduzieren kann. Ein EP-Patent wurde angemeldet, es besteht also eine Option auf weltweiten Schutz der Erfindung.

Cure for CLL - Derivates of para-NO-ASA for the treatment of CLL
Chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämie bei Erwachsenen in Mitteleuropa. Trotz der erheblichen therapeutischen Verbesserung in den letzten zehn Jahren, bleibt CLL durch herkömmliche Chemo-(Immuno-)Therapien unheilbar. Die Entwicklung von neuen Behandlungsmöglichkeiten ist daher ein wichtiges Ziel. Wissenschaftlern der Universität Köln ist es gelungen, innovative Substanzen als mögliche, selektive und effektive Behandlungsansätze für neubildende und wuchernde Krebserkrankungen einzusetzen: sie induzieren gezielt den programmierten Zelltod (Apoptose) in degenerativen Zellen mit gleichzeitig geringen Nebenwirkungen. Zellen chronisch lymphatischer Leukämie (CLL) zeigen eine besonders hohe Selektivität und eröffnen somit einen guten Therapieansatz. In einem speziellen CLL-Tumormodell konnte bewiesen werden, dass die chemischen Substanzen eine nachweisliche Aktivität gegenüber verschiedenen CLL-Zellpopulationen aufweisen. Die Patentanmeldung befindet sich in der PCT-Phase, eine Option auf weltweiten Schutz besteht somit.


Quelle: PROvendis GmbH