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23.04.2015

Innovationspreis 2015 der BioRegionen geht an Erfinderteam des Uniklinikums Bonn

In der deutschen Biotech-Szene hat sich die Erfindung der Arbeitsgruppe um Prof. Achim Hörauf für die Entwicklung einer Therapie gegen die lymphatische Filariose schon einen Namen gemacht. Sie wurde gestern Abend erneut ausgezeichnet.

Die BioRegionen Deutschland setzen sich zur Förderung der wirtschaftlichen Nutzung moderner Biotechnologien ein und prämieren die drei innovativsten (patentierten) Forschungsideen der Lebenswissenschaften in Deutschland mit exzellenten Marktchancen mit dem „Innovationspreis“.

Prof. Hörauf nahm den hochkarätigen Preis persönlich entgegen: „Ich fühle mich durch diese Auszeichnung sehr geehrt und möchte mich, auch im Namen meines Teams, dafür herzlich bedanken. Wir wünschen uns nun, dass unsere Erfindung auch auf Industrieseite mehr Aufmerksamkeit erweckt und in absehbarer Zeit eine effektive Heilung dieser bedrohenden Krankheit erfolgen kann. Dafür arbeiten wir eng mit unserer Patentvermarktungsgesellschaft PROvendis zusammen, die sowohl über exzellente Kontakte als auch über das fachliche Know-How in der Technologievermarktung verfügt“.

Bis dato ist seitens der Pharmaunternehmen jedoch noch Zurückhaltung angesagt. Doch Kordula Kruber, Managerin Patente & Lizenzen bei der PROvendis GmbH führt aktuell vielversprechende Gespräche: „Es besteht derzeit bereits Interesse bei Unternehmen aus dem Bereich der Veterinärmedizin, auch wenn noch weitere Entwicklungsarbeit seitens der Wissenschaftler notwendig ist.“

Im Kampf gegen Würmer in Mensch und Tier verspricht Corallopyronin A ein wirksames Antibiotikum zu sein. Hergestellt wird Corallopyronin A vom Bodenbakterium Corallococcus coralloides. Das Team von Herrn Professor Hörauf konnte belegen, dass die Substanz die Bakterien tötet, die überlebenswichtig für die Würmer sind. Diese Bakterien namens Wolbachia sind für die Embryogenese, die Entwicklung der Larve, und schließlich für das Überleben des ausgewachsenen Wurms essentiell. Zwischen 10-15 Jahren können die Würmer im menschlichen Körper verweilen und während dieser Zeit Millionen von Nachkommen produzieren.

Betroffen sind vor allem Menschen in den Tropen und Subtropen. Unzureichend oder auch unbehandelt führt die Infektion zur so genannten Elephantiasis (abnorme Vergrößerung eines Körperteils durch einen Lymphstau) und Flussblindkrankheit (gefährdet die Augen bis hin zur Erblindung). Mehr als 200 Millionen Menschen sind bereits infiziert. Das Infektionsrisiko wird auf über 1 Mrd. Menschen eingeschätzt.

Im Hund oder der Katze wandern die Larven in die Lungenarterien und das Herz. Die Würmer, ausgewachsen bis zu 30 cm lang, setzen sich beim Hund im Vorhof des rechten Herzens in „Trauben“ fest. Weit verbreitet ist diese sogenannte Dirofilariose (Herzwurmerkrankung) in den USA, die unbehandelt zu Herzversagen führt. Insgesamt sind mehr als 1 Mio. Haustiere infiziert.

Bisher eingesetzte Medikamente haben den Nachteil, dass sie z. B. aufgrund von Resistenzbildung nicht wirken oder zu hohen Nebenwirkungen führen. Corallopyronin A bietet hierfür eine erfolgversprechende Lösung.





Quelle: PROvendis GmbH