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07.02.2013

Messung kosmischer Strahlung: „Kamiokanne“ des Netzwerks Teilchenwelt kommt als Nobelpreisträgerexperiment auf den Markt

MBM ScienceBridge GmbH vermittelt exklusive Lizenzvereinbarung zwischen der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und der PHYWE Systeme GmbH und Co. KG.

Das unter dem Namen Kamiokanne bekannte Experiment zur Messung kosmischer Strahlung war bislang nur innerhalb des vom BMBF geförderten Netzwerks Teilchenwelt in jeweils unterschiedlichen Ausführungen verfügbar.

An der Georg-August-Universität Göttingen wurde dieses Experiment auf Initiative von Herrn Prof. Dr. Arnulf Quadt, Leiter der Gruppe Hochenergiephysik am II. Physikalischen Institut, dem Institut für Kern- und Teilchenphysik, verbessert.

Die MBM ScienceBridge GmbH handelte eine exklusive Lizenzvereinbarung zwischen der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und der PHYWE Systeme GmbH und Co. KG aus, die Ende des Jahres 2012 unterzeichnet wurde. Diese Vereinbarung erlaubt PHYWE sowohl die Nutzung des im Rahmen des Netzwerks Teilchenwelt erarbeiteten Know-hows der Universität Göttingen als auch die Verwendung an der Universität erarbeiteter didaktischer Materialien, um die Kamiokanne als kommerzielles Schüler- und Universitätsexperiment weltweit auf den Markt zu bringen.

Durch das kommerzielle Angebot des Marktführers PHYWE wird gewährleistet, dass langfristig ein sicheres Produkt für den didaktischen Gebrauch zur Verfügung steht, welches auch außerhalb des Netzwerks Teilchenwelt genutzt werden kann.

PHYWE hat die Kamiokanne bereits als ein neues Nobelpreisträgerexperiment in ihren online verfügbaren Produktkatalog aufgenommen und auf Messen wie z.B. der didacta vorgestellt.

Die Lizenzvereinbarung sichert der Georg-August-Universität Göttingen Einnahmen aus dem Verkauf der Kamiokanne, die zu einem wesentlichen Anteil der Forschung und Lehre der Gruppe Hochenergiephysik zu Gute kommen werden.

Hintergrund: Kosmische Strahlung kann auf Grund des Cherenkov-Effekts mit Hilfe von Wassertanks und optischen Detektoren nachgewiesen werden. Im großen Maßstab wurde seit 1983 ein ähnliches, auf Cherenkov-Strahlung beruhendes, Detektionsprinzip im Kamioka Nucleon Decay Experiment, Kamiokande, genutzt, um kosmische Neutrinos nachzuweisen. Für die Ergebnisse der Experimente mit dem Kamiokande erhielt der japanische Physiker Masatoshi Koshiba im Jahr 2002 den Nobelpreis für Physik.

Im Jahr 1997 hatten Physiker an der Universität Mainz die Idee, kleine Experimente zum Nachweis kosmischer Strahlung, z.B. von Myonen, mit Hilfe von einfachen Thermoskannen als Wassertanks und integrierten Photomultipliern insbesondere für didaktische Zwecke aufzubauen. In Anlehnung an Kamiokande wurde für die Experimente der Name Kamiokanne gewählt und etabliert.

Seit dem Jahr 2007 wurden an der Georg-August-Universität Göttingen Verbesserungen und Weiterentwicklungen der Kamiokanne durchgeführt.

Im Rahmen des bundesweiten Netzwerks Teilchenwelt, einem BMBF-geförderten Projekt zur Vermittlung wissenschaftlicher Zusammenhänge und Ergebnisse an die interessierte Öffentlichkeit, wurde der Bedarf an einer größeren Zahl identischer Kamiokannen-Systeme erkannt. Die Entwicklung der vereinheitlichten Systeme wurde von Herrn Prof. Dr. Arnulf Quadt, Leiter der Gruppe Hochenergiephysik am II. Physikalischen Institut, dem Institut für Kern- und Teilchenphysik, an der Universität Göttingen vorangetrieben.

Parallel wurde die PHYWE Systeme GmbH und Co. KG als assoziierter Partner des Netzwerks Teilchenwelt gewonnen.
Um Kamiokannen breit und über das Netzwerk Teilchenwelt hinaus verfügbar zu machen, wurde PHYWE als kommerzieller Partner für Herstellung und Vermarktung gewonnen.

Im August 2011 begründeten die Georg-August-Universität Göttingen und PHYWE unabhängig von dem Kamiokanne-Projekt eine strategische Partnerschaft mit dem Ziel der Zusammenarbeit in Forschung und Lehre. Der Vertrag wurde von Frau Präsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel und dem Geschäftsführer der PHYWE, Herrn Klaus Elias, unterzeichnet. Der Vertrag zur strategischen Partnerschaft erstreckt sich nicht auf eine kommerzielle Nutzung von Ergebnissen.

Die MBM ScienceBridge GmbH verhandelte eine exklusive Lizenzvereinbarung für die Vermarktung der Kamiokanne, die Ende des Jahres 2012 unterzeichnet wurde. Erst diese Lizenzvereinbarung gestattet PHYWE, die technischen Entwicklungen der Georg-August-Universität Göttingen, die im Kontext des Netzwerks Teilchenwelt durchgeführt wurden, zu nutzen und die Kamiokanne ergänzt mit didaktischen Begleitmaterialien kommerziell zu vertreiben.

Im Netzwerk Teilchenwelt haben sich viele Partner zusammen geschlossen: 24 deutsche Forschungsinstitute der (Astro-)Teilchenphysik bilden 22 regionale Standorte, die Projektleitung und Evaluation ist an der Technischen Universität Dresden angesiedelt, die Universität Würzburg steuert Begleitmaterialien für den Unterricht bei, und das CERN ist als Schauplatz von Workshops mit an Bord.

Die Georg-August-Universität Göttingen, 1737 gegründet, zählt zu den international bedeutenden Forschungsuniversitäten Deutschlands. In 13 Fakultäten und über 130 Studienprogrammen bietet die Universität exzellente Forschungs- und Studienbedingungen, weltweite Kontakte und eine große Forschungstradition. Seit 2003 befindet sich die Universität Göttingen in der Trägerschaft einer Stiftung öffentlichen Rechts.

Die PHYWE Systeme GmbH und Co. KG ist einer der weltweit führenden Hersteller von naturwissenschaftlichen Lehr- und Lernsystemen. Die PHYWE wurde 1913 von Wissenschaftlern der Universität Göttingen gegründet und entwickelt, produziert, liefert und installiert seit nunmehr 100 Jahren Geräte, Experimente und Lösungssysteme für die schulische und universitäre Ausbildung in Naturwissenschaft und Technik.

Die MBM ScienceBridge GmbH ist die Technologietransferorganisation der Georg-August-Universität Göttingen Stiftung Öffentlichen Rechts und agiert darüber hinaus als Patentverwertungsagentur innerhalb eines Kooperationsverbundes für insgesamt neun niedersächsische Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen an den Schnittstellen zwischen Erfindern, Patentanwälten und Industriepartnern. Das aktuelle Portfolio enthält innovative Projekte aus den Bereichen der Lebenswissenschaften, Medizintechnik, Biotechnologie, Messtechnik, Chemie, Physik sowie den Forst- und Agrarwissenschaften.

Kontakt: www.sciencebridge.de, info@sciencebridge.de, +49-(0)551-30724151.


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Quelle: MBM ScienceBridge GmbH