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10.05.2012

Life Science Erfindungen der bayerischen Universitäten auf der BioVaria 2012

Patentgeschützte und lizenzierbare Erfindungen aus der lebenswissenschatlichen Forschung werden am 15. Mai in München vorgestellt.

Die Bayerische Patentallianz GmbH, die zentrale Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften, präsentiert Vertretern der Pharma-, Biotech- und VC-Branche am 15. Mai in München die neuesten Erfindungen der lebenswissenschaftlichen Forschung. Unter den patentgeschützten und lizenzierbaren Erfindungen ist u.a. ein neuer Marker zur Entdeckung von Blasenkrebs sowie ein Verfahren zur Aktivierung epigenetisch stillgelegter Gene.

Blasenkrebs ist eine der am häufigsten diagnostizierten Krebsformen. Die aufwendige Behandlung der Krankheit, die u.a. die Entfernung von geschädigtem Gewebe als auch eine Chemotherapie beinhaltet, verursacht sehr hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Sind bereits Metastasen im Körper eines Patienten vorhanden, sind die Überlebenschancen gering. Eine frühe Erkennung der Krankheit ist daher sehr wichtig. Wissenschaftler der Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben nun einen neuen Urinmarker zur Detektion des Transitionalzellkarzinoms (TCC) der Harnblase, die mit ca. 90% aller Fälle häufigste Form von Blasenkrebs, entwickelt. So haben Sie entdeckt, dass das Protein LASP-1 bei an TTC erkrankten Patienten im Urin nachweisbar ist und dass LASP-1 bei der Entstehung von TTC eine wichtige Rolle spielt. LASP-1 stellt somit einen viel versprechenden Blasenkrebs-Marker da. Erste Studien haben gezeigt, dass der Marker eine sehr hohe Sensitivität aufweist und so Personen, die an Blasenkrebs erkrankt sind, sehr zuverlässig erkennt. Darüber hinaus hat der Marker im Gegensatz zu herkömmlichen Markern auch eine sehr hohe Spezifität, d.h. er stuft gesunde Personen nicht fälschlicherweise als krank ein. Unnötige Gewebeentnahmen und Blasenspiegelungen werden auf diese Weise verhindert.


Eine an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) entwickelte Methode ermöglicht es, epigenetisch stillgelegte Gene wieder zu aktivieren. Menschen tragen das Erbgut in Form der DNA (Desoxyribonukleinsäure), einer langen Kette bestehend aus Molekülen, in sich. Doch nicht nur diese genetische Ausstattung entscheidet darüber, welche Eigenschaften ein Mensch hat und welche Krankheiten er möglicherweise in seinem Leben hat. Sogenannte Methylgruppen, die sich an bestimmte Abschnitte in der DNA heften, können diese chemisch verändern. Durch diese DNA-Methylierung können auch Gene – bestimmte Abschnitte der DNA – stillgelegt werden. Dies kann u.a. zur Entstehung von Krebs führen, wenn sogenannte Tumorsuppressor-Gene, die eine unkontrollierte Zellteilung bremsen, betroffen sind. Wissenschaftler der LMU haben nun eine Methode entdeckt, mit der man Methylgruppen gezielt in bestimmten Bereichen der DNA abschneiden und auf diese Weise epigenetisch stillgelegte Gene wieder aktivieren kann. Können bekannte Transkriptionsfaktoren – ein an die DNA bindendes Protein, das über einen Promotor ein Gen einschaltet – wie TALEs oder Zinc-fingers bereits an bestimmte Genabschnitte der DNA andocken, gelang dies bei epigenetisch stillgelegten Gensequenzen bislang nicht. Dieses Problem wurde nun durch die Zugabe von Valpoinsäure (VPA 10) und einem HDAC-Inhibitor gelöst. Durch diese Maßnahme gelang es, die Verpackung der epigenetisch stillgelegten Gensequenzen, bestehend aus HDAC (Histondeacetylasen), quasi zu öffnen und für die Transkriptionsfaktoren zugänglich zu machen. Das neue Verfahren könnte neben dem Bereich der Onkologie auch noch in anderen Forschungsfeldern großen Nutzen bringen. So ist z.B. bekannt, dass eine starke Methylierung und eine entsprechende Blockierung bestimmter Gene die Gedächtnisbildung stark einschränkt.

Die Bayerische Patentallianz GmbH stellt auf der Technologiemesse im Rahmen von Poster Sessions zahlreiche weitere Erfindungen der bayerischen Universitäten aus dem Bereich Life Sciences vor. Darüber hinaus werden zwei Erfindungen im Rahmen einer Präsentation im Kongresssaal von den Erfindern direkt vorgestellt. Industrievertreter, insbesondere aus dem Bereich Biotech und Pharma, können sich bei den Patent- und Lizenzmanagern der Technologietransfer-Organisation persönlich über Möglichkeiten des Kaufs von Patenten und die Lizenzierung von Erfindungen informieren.

BioVaria 2012
Rund 70 Erfindungen von Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen aus Deutschland und Europa werden am 15.05.2012 im Sofitel Munich Bayerpost unter dem Motto „Europe´s Next Top Technologies“ vorgestellt. So können sich Firmenvertreter der Industrie einen optimalen Überblick über die neuesten Technologien verschaffen und wissenschaftliche Details direkt mit den Erfindern diskutieren. Die vorgestellten patentgeschützten Technologien befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium und können kommerziell nutzbar gemacht werden. Die Projekte kommen dabei aus den Bereichen Diagnose und Behandlung von Krebs, von Herz- und Kreislauferkrankungen sowie weiteren Krankheiten.
www.biovaria.org

Bayerische Patentallianz GmbH
Die Bayerische Patentallianz GmbH vermarktet als zentrale Patent- und Vermarktungsagentur von 28 bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften die Erfindungen von mehr als 18.000 Wissenschaftlern. Dabei unterstützt sie die Wissenschaftler, ihre Erfindung zu schützen und anschließend kommerziell zu nutzen. Für die Industrie stellt sie einen einzigartigen Zugang zum größten Technologiepool Bayerns bereit. Dank der international renommierten Forschungsqualität der bayerischen Universitäten und Hochschulen verfügt die die Bayerische Patentallianz GmbH über zahlreiche innovative und schutzrechtlich gesicherte Erfindungen aus den Bereichen Life Sciences und Physical Sciences.
www.baypat.de


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Quelle: Bayerische Patentallianz GmbH