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23.11.2006

Preisverleihung Hochschulwettbewerb „patente Erfinder“

Innovationsminister Pinkwart prämiert die vier besten Hochschulerfindungen mit Marktpotenzial aus NRW

Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart hat heute vier nordrhein-westfälischen Forscherteams mit dem Preis „patente Erfinder“ ausgezeichnet. Vergeben werden die mit insgesamt 41.000 Euro dotierten Preise für besonders innovative Erfindungen aus NRW-Hochschulen mit hohem Marktpotenzial. Über 70 Arbeitsgruppen aus allen Fachrichtungen hatten sich mit Ideen und Erfindungen um die vom Innovationsministerium und der für den Patentverbund NRW tätigen Patentverwertungsagentur PPOvendis GmbH ausgelobten Preise beworben.

„Jede Erfindung beginnt mit einer Idee. Auf dem Weg von der Idee zur Innovation braucht es neben der unverzichtbaren wissenschaftlichen Neugierde und Kompetenz, ein starkes, oftmals interdisziplinäres Team und nicht zuletzt Mut und Phantasie zum unternehmerischen Denken und Handeln. Die Qualität der heute prämierten Erfindungen belegt eindruckvoll das Potenzial der Wissenschaft in NRW. Sie bestätigt zudem die Arbeit der Patentverwertungsagentur der Hochschulen,“ sagte Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart in seiner Laudatio. „Innovation heißt nicht nur, eine Idee zur Erfindung reifen zu lassen, sondern auch diese erfolgreich in Produkte und Prozesse umzusetzen. Dabei braucht es gelegentlich ein bisschen Glück und vor allem das Wissen um den richtigen Zeitpunkt, geeignete Partner und günstige Bedingungen. Hier leistet PROvendis als Makler zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wertvolle Arbeit.“ Alfred Schillert, Geschäftsführer der PROvendis GmbH, sagte bei der heutigen Preisverleihung, dass nicht nur die preisgekrönten Erfinder durch ihre Patente profitieren. „Mehr und mehr entwickeln Patente Zugkraft für die Akquise von Kooperationspartnern und Drittmitteln aus der Industrie.“

Die Preisträger:

Die Natur als Ideengeber: ein Stoff, der im Wasser nicht nass wird

Den mit 15.000 Euro dotierten ersten Preis erhielten Zdenek Cerman, Boris Striffler und Prof. Dr. Wilhelm Barthlott vom Nees-Institut für Biodiversität der Pflanzen der Rheinischen Friedrich Wilhelms-Universität Bonn für die Herstellung einer unter Wasser unbenetzbaren Oberfläche. Gemeinsam mit ihren Kollegen Dr. Thomas Stegmaier, Andreas Scherrieble und Dr. Volkmar von Arnim vom Institut für Textil- und Verfahrenstechnik in Denkendorf erfanden sie Airtex, eine Textile, die auch im Wasser nicht nass wird. Bei der Entwicklung haben sie sich einen Effekt nutzbar gemacht, der in der Natur an vielen Wasserorganismen zu beobachten ist: Unter Wasser sind sie von einer Luftschicht umhüllt und beim Auftauchen vollkommen trocken, so als ob sie nie im Wasser waren. Zum Einsatz soll der neue Stoff bei der Weiterentwicklung schnell trocknender Badeanzüge kommen. Ein erster Prototyp dafür existiert bereits.

Ein Alleskleber für die Automobiltechnik: elastisch, unsichtbar und sicherer

Mit dem zweiten Preis über 10.000 Euro wurden Prof. Dr. Klaus-Uwe Koch und Daniele Rutz, zwei Chemiker der Fachhochschule Gelsenkirchen, ausgezeichnet. Sie haben ein Klebstoff entwickelt, dessen Eigenschaften sich optimal an die zu verarbeitenden Materialien anpassen.

Je nachdem wo Klebstoffe eingesetzt werden, bedürfen sie unterschiedlicher Eigenschaften: In der Automobiltechnik wird für das Kleben von Fahrzeugscheiben beispielsweise ein besonders elastischer Klebstoff benötigt, für Karosseriebleche sollte der Klebstoff dagegen salzwasserbeständig und schlagzäh sein, um im Crashfall die Insassen zu schützen. Der neuartige Klebstoff aus Gelsenkirchen kann alles auf einmal: Er ist transparent und sehr alterungsbeständig, stabil, extrem widerstandsfähig und zersplittert bei einem Unfall nicht.



Kakao kann mehr: Hautzellen schützen und heilen, Leberzellen stärken und Infektionen der Magenwand vorbeugen

Der dritte Preis in Höhe von 8.000 Euro ging nach Münster an Prof. Dr. Andreas Hensel und Dr. Alexandra Deters vom Institut für Pharmazeutische Biologie und Phytochemie sowie an Prof. Dr. Thomas Hofmann und Dr. Timo Stark vom Institut für Lebensmittelchemie der Universität Münster. Die vier Wissenschaftler haben eine neue Stoffklasse aus Kakao, die CocoaHeal, isoliert und charakterisiert. CocoaHeal wirkt wachstumsfördernd auf Hautzellen. Ihre hautregenerativen und wundheilenden Eigenschaften können in der Therapie und zur Prävention wunder Hautpartien bei Bettlägerigen, zur Behandlung von Sonnenbrand und in Anti-aging-Produkten eingesetzt werden. CocoaHeal stärkt die Leberzellfunktion und das Wachstum von Leberzellen und verhindert, dass sich die Magengeschwür verursachenden Bakterien Helicobacter pylori im Magengewebe einnisten.

Marktchance in der Sicherheitstechnik - Sondenmodule mit innovativer Teraherz-Antenne

Den Sonderpreis Technologietransfer, dotiert mit 8.000 Euro, erhielt Dr. Michael Nagel, Elektrotechnikingenieur der RWTH Aachen. Dr. Michael Nagel hat ein verbessertes Verfahren entwickelt, mit dem Terahertz-Antennen einen höheren Wirkungsgrad erreichen. Potenzielle Einsatzgebiete liegen in der Oberflächenmesstechnik, der medizinischen Diagnostik und der Sicherheitstechnik. Das neue Verfahren ermöglicht Durchleuchtungen in Bereichen wie der Passagier-Luftfahrt oder der Tumordiagnostik, die bislang als technisch schwierig oder zu risikobelastet galten.

Das Verfahren basiert auf einer Antenne, mit der gesendet und empfangen wird. Die Antenne besteht aus zwei metallischen Kammstrukturen, die Halbleitermaterial kontaktieren. Mit einem Laserimpuls werden elektrische Ladungen in dem Halbleiter erzeugt. In einem starken elektrischen Feld werden sie beschleunigt und geben dann elektromagnetische Strahlung ab, die so genannte Terahertz-Strahlung. Herr Dr. Nagel bereitet derzeit eine Firmengründung vor.


Fotos von der Preisverleihung sowie Kurzportraits der Preisträger und Informationen zu den jeweiligen Erfindungen finden Sie unter: www.provendis.info


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Quelle: PROvendis GmbH