Termine {BACK}
Pressemitteilungen {BACK}
Pressespiegel {BACK}
IP Infos {BACK}
Life Sciences {BACK}
IT {BACK}
Stellenangebote {BACK}
Pressemitteilungen
Pressemitteilungen

23.11.2006

Mediziner der Greifswalder Universität gewannen Preis für Telemedizinisches Homemonitoring-Projekt für Glaukom-Patienten

Ziele der Vorsorge bei der Glaukomerkrankung (Grüner Star) sind eine rechtzeitige Diagnosestellung und ausreichende Behandlung. Die individuelle Gesundheitssituation des Patienten sollte bei der Therapieplanung Berücksichtigung finden.

Am 20. September 2006, ist auf dem Deutschen Hausärztetag in Potsdam der mit 10.000 Euro dotierte Richard-Merten-Preis verliehen worden. Der Preis, der jährlich an Arbeiten vergeben wird, die unter Nutzung moderner EDV zur Qualitätssicherung in der Medizin beitragen, ging in diesem Jahr an ein interdisziplinäres Forscherteam vom Augenklinikum der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald.

Ausgezeichnet wird das Team, bestehend aus Dr. Clemens Jürgens, Susanna Antal, Rico Großjohann, Cornelia Sell, Andreas Bull, Dr. Frank Heydenreich, Enrico Miermeister und Prof. Dr. Frank Tost, für die Arbeit "Teletonometrie in Mecklenburg-Vorpommern - Optimiertes Glaukom-Management durch telemedizinisches Homemonitoring mit Internet-basierter Dokumentation". Im Rahmen dieses Projekts wurde ein System zur optimierten Betreuung von Glaukompatienten etabliert. Eine webbasierte elektronische Patientenakte gewährleistet einen verbesserten Informationsfluss zwischen ambulantem und stationärem Sektor sowie den interdisziplinären Austausch medizinischer Informationen (zum Beispiel Blutdruckwerte zwischen Hausarzt, Augenarzt und Krankenhaus). Wichtige Daten sind allen vom Patienten autorisierten Ärzten und dem Patienten selbst präsent und einsehbar.
Mittlerweile nehmen 160 Patienten an der Studie teil, wobei diese aktiv in den Behandlungsprozess einbezogen werden. Sie ermitteln Blut- und Augendruck mehrmals am Tag zu Hause mit einem sehr leicht zu bedienenden Selbstmess-Gerätesystem. Dieses ist an ein "telemedizinisches Interface" angeschlossen, das die Messwerte über ein Telefonmodem in die Patientenakte einträgt. Das System dokumentiert kontinuierlich behandlungsrelevante Informationen und stellt diese schnell den behandelnden Ärzten zur Verfügung. Durch die elektronische Übermittlung der Daten müssen die Patienten, die zum Teil mehrere Stunden von der Klinik entfernt wohnen, nicht mehr so häufig in die Klinik kommen, profitieren aber von einer verbesserten Behandlungsqualität. Da die Werte durch die eigene Messung zuhause wesentlich häufiger als sonst möglich ermittelt werden, ergibt sich ein genaueres Bild des Krankheitsverlaufs als bei einer sporadischen Messung vor Ort in der Klinik. Dementsprechend können Behandlung und Medikation exakter auf den Patienten abgestimmt werden.

Das mit dem Richard-Merten-Preis ausgezeichnete System ist ein sehr gutes Beispiel dafür, dass durch den Einsatz von IT eine Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit erreicht werden kann, die sich positiv auf die Behandlungsqualität auswirkt.

Der Richard-Merten-Preis ist mit 10.000 Euro einer der höchstdotierten Preise im Gesundheitswesen und wird seit 1992 von der Stiftung Richard-Merten-Preis verliehen. Die Intention der Stiftung besteht darin, herausragende Arbeiten auszuzeichnen, die unter der Nutzung moderner EDV eine Verbesserung des medizinischen/pharmazeutischen Handelns ermöglichen und damit einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssicherung im Gesundheitswesen leisten. Die Stifter des Preises sind die ADG Apotheken Dienstleistungsgesellschaft, die beiden Anbieter medizinischer IT-Lösungen DOCexpert und MCS AG sowie das Marktforschungsunternehmen medimed.

Informationen zum Projekt "TTMV - Teletonometrie Mecklenburg-Vorpommern" finden SIe auch unter http://www.teleaugendienst.de


Quelle: PVA Mecklenburg-Vorpommern AG